Die Union der verlorenen Seelen (Rob) (2015)

 

Hörst du die Seelen von uns singen?

Als würden wir euch Frieden bringen,

die, die in die Schatten gingen,

durch abertausend Welten springen,

händeringend letztlich doch die Lösung finden

 

Egal, wie hoffnungslos sie scheinen,

diese Seelen: wie sie weinen, wie sie leiden,

wie sie in deine, meine Ohren schreien,

 

wie sie elend auf der Erde liegen,

weil sie, wie Vieh herumgetrieben,

von denen, die ihr Schicksal schrieben,

lang verlernt haben zu fliegen

– und stattdessen liegen blieben

 

Bis wir in ihr Leben kamen,

ihnen Kraft zum Stehen gaben

und ihnen ihre Leben nahmen,

weil sie für uns auf dem Schlachtfeld starben.

 

Denn wir sind Retter, wir sind Not,

denn wir sind Leben, wir sind Tod.

Mein Gewissen gibt mir recht, doch meine Hände, sie sind rot.

 

Wir sind allein, wir sind gefangen,

wir sind zusammen durch den Dreck gegangen.

Wann habe ich nur angefangen

meine Kinder zu verdammen?

 

Wir sind ein Schiff in wilden Wellen, treiben mitten durch die Fluten,

und ich bin der verkappte Captain, meine Crew muss für mich bluten.

 

Wann fing das an, wo soll das enden?

Wird sich irgendwann das Blatt mal wenden?

Was willst du tun, was willst du sehen?

Du maßt dir an, uns zu verstehen?

 

Die Ideale, die wir uns geschworen,

sind an einem fernen Ort gestorben.

Als Union sind wir geboren,

doch unsere Seelen sind verloren.

 

Julian Jungermann, 21.12.15