Kapitel 8

 

Daaaaaaaa!

Das innere Wispern vibrierte unter seiner Haut.

Es juckte.

Jack streckte seine Hand aus.

Hahahaaaaa!

Es juckte unter der Haut.

Er begann zu kichern.

Sein T-Shirt war schweißdurchnässt.

Koooomm!

Seine ausgestreckte Hand wurde zu einer Faust.

Sein Körper befand sich in einer extatischen Anspannung.

Komm heeeeeeer…

Seine geschrumpften Pupillen nahmen schlagartig wieder normale Größe an und er zog seine Hand zurück. Er starrte in seine nassen Handflächen und glaubte in den Lebenslinien seine Zukunft lesen zu können. Dann sah er wieder nach vorne ins Dunkel und bemerkte, dass er nicht mehr in seinem Zimmer auf dem klapprigen Bett saß. Er war von Nacht umgeben. Die Dunkelheit brannte auf seiner Haut. Jack biss die Zähne aufeinander und zwang sich zu einem Grinsen, sodass sich seine Gesichtsmuskeln verkrampften. Dann kniff er die Augen zusammen.

Öffnete sie wieder.

Schloss sie wieder.

Öffnete sie wieder.

Schließlich raufte er sich die Haare mit beiden Händen und gab ein Knurren von sich wie von einem geschundenen Hund. Es machte keinen Unterschied, ob seine Augen geschlossen waren oder geöffnet. Dunkel war es trotzdem. Und Dina bewegte sich nicht von seinem inneren Auge weg, starrte ihn nur unentwegt an. Ihr Blick war kalt und vorwurfsvoll.

Anklagend.

Enttäuscht.

Jack wurde verrückt, wenn er ihr Gesicht sah. Er versuchte, das Zittern seiner Hände zu unterdrücken, indem er sie faltete und fest zusammendrückte, aber das Zittern ging so nur auf seine Arme über. Jack spürte, wie ihm Schweiß in die Augen lief. Es brannte in seinen Augen. Als er sie sich auswischen wollte, bemerkte er, dass er weinte. Dann sah er wieder in Dinas Gesicht und erkannte, dass es ihre Tränen waren. Sie weinte, aber ihre Tränen fielen nicht auf den Boden, sondern schwebten zu ihm herüber, zogen Kreise um ihn und flossen in seine eigenen Augen.

Es waren nicht seine eigenen.

Dina legte ihm ihre Tränen in die Augen.

Jack schlug seine flache Hand gegen die Stirn und saß wieder in seinem Zimmer. Jestan stand in der Tür.

„Alles klar, Boss?“

„Wie viel Zeit ist vergangen, seitdem ich wieder hier bin?“

„Genau deshalb bin ich hier, Boss. Die Sonne geht jetzt gleich auf.“

„Sind alle in Bereitschaft?“, fragte Jack mit einer Panik in der Stimme, die Jestan erschreckte.

„Leonard ist mit seinem Team in Position. Sollen wir es jetzt tun?“

„GIB DEN BEFEHL!“, brüllte Jack und sprang vom Bett auf. „Gib ihn schon, verdammt! Es ist viel zu spät!“

„Verstanden, Boss.“, stammelte Jestan und rannte in den Aufenthaltsraum, wo er Leonard anfunken konnte. Jack verstand gar nicht, was Jestan sagte. Er stand mitten im Aufenthaltsraum und sah sich mehrmals um, versicherte sich, dass sie weg war und war sehr erfreut, als er spürte, dass er wieder völlig alleine war.

 

(c) Julian Jungermann

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